Reihen- und Parallelschaltung messen

Gestufte Hilfen · UTEC 11NC · 08.10.2026
So nutzt du diese Seite: Es gibt drei Stufen. Öffne immer nur die nächste — und erst dann, wenn du selbst nicht weiterkommst. Stufe 1 gibt dir einen Anstoß, Stufe 2 zeigt dir die Regel und die Messstellen, Stufe 3 führt dich Schritt für Schritt durch den Aufbau. Vor dem Umstecken gilt immer: Netzgerät aus.

Teil 2 — Wie messe ich die Spannung an R1 und an R2?

Reihenschaltung: Du brauchst U1, U2 und U über beide zusammen. Wohin kommt das Voltmeter — und was heißt „umstecken“?
Stufe 1Anstoß

Spannung ist kein „Durchfluss“, sondern ein Unterschied zwischen zwei Punkten — so wie ein Höhenunterschied. Deshalb fragt das Voltmeter immer: zwischen welchen beiden Punkten?

Daraus folgt: Das Voltmeter wird nicht eingebaut. Du trennst nichts auf, du steckst nichts um am Aufbau. Du hältst es einfach an zwei Punkte — genau links und rechts von dem Bauteil, dessen Spannung du wissen willst.

Überleg jetzt für U1: Welche zwei Punkte begrenzen R1? Und für U über beide Widerstände zusammen: Welche zwei Punkte sind das dann?

Stufe 2Regel und Messstellen
Voltmeter: parallel — links und rechts an das Bauteil, Schaltung bleibt unverändert.
Amperemeter: in Reihe — Leitung auftrennen, Gerät in die Lücke.

„Umstecken“ heißt hier also nur: die beiden Messkabel an andere Punkte setzen — der Aufbau selbst bleibt, wie er ist.

6,0 V R₁ R₂ 1 2 3 U₁ U₂ U
Drei Messstellen für dasselbe Voltmeter — nur die Kabelenden wandern.
  • ① U1: ein Kabel links von R1, eines rechts von R1.
  • ② U2: beide Kabel um R2 herum.
  • ③ U über beide: ein Kabel links von R1, das andere rechts von R2 — der eine Punkt bleibt also stehen, nur das zweite Kabel wandert weiter.
Buchsen am Multimeter: Rotes Kabel in VΩ, schwarzes in COM, Drehschalter auf V (Gleichspannung). Das ist eine andere Buchse als beim Strommessen.
Die eine gefährliche Verwechslung: Wenn das rote Kabel noch in der mA-Buchse steckt und du das Gerät parallel an einen Widerstand hältst, baust du einen Kurzschluss — die Sicherung im Multimeter ist dann hin. Also vor jeder Spannungsmessung: Steckt das Kabel in VΩ?

Und in der Parallelschaltung (Teil 3)? Dasselbe Vorgehen — nur ist das Ergebnis dort langweilig: An R1 und an R2 misst du fast denselben Wert, nämlich die volle Quellspannung. Genau das ist das Kennzeichen der Parallelschaltung.

Stufe 3Schritt für Schritt und Kontrolle

Die Reihenfolge, die am wenigsten Umsteckerei kostet:

  1. Schwarzes Kabel links von R1 anklemmen und dort lassen.
  2. Rotes Kabel zwischen R1 und R2 → das ist U1. Ablesen und notieren.
  3. Rotes Kabel weiter nach rechts hinter R2 → das ist jetzt U über beide Widerstände. Ablesen.
  4. Für U2 das schwarze Kabel vom linken Punkt in die Mitte holen (zwischen R1 und R2), rot bleibt rechts. Ablesen.
  5. Netzgerät aus, bevor ihr am Aufbau selbst etwas ändert.
Probe (Maschenregel):   U₁ + U₂ = U
Kontrolle der Größenordnung: Bei 6,0 V an 100 Ω + 220 Ω erwartest du rund 1,9 V an R1 und rund 4,1 V an R2. Der größere Widerstand bekommt die größere Spannung ab — beide führen ja denselben Strom. Abweichungen von ein paar Prozent sind normal (Widerstände haben ±5 %, Goldring).

Wenn etwas nicht stimmt:

  • Anzeige 0 V an einem Widerstand: Beide Kabel hängen wahrscheinlich am selben Knoten — zwischen zwei Punkten derselben Steckbrettreihe ist kein Unterschied messbar.
  • Anzeige negativ (Minuszeichen): Rot und Schwarz sind vertauscht. Kein Fehler und keine Gefahr — Betrag ablesen oder Kabel tauschen.
  • Anzeige fast 6 V an einem einzelnen Widerstand: Dann liegt irgendwo eine Unterbrechung, und du misst in Wahrheit über die Lücke.

Teil 3 — Wo baue ich das Amperemeter ein?

Parallelschaltung: Du sollst I1, I2 und den Gesamtstrom I messen. Aber wohin kommt das Messgerät?
Stufe 1Anstoß

Überleg erst, was ein Amperemeter überhaupt macht: Es zählt die Ladungen, die durch es hindurchfließen. Der Strom muss also durch das Gerät laufen — es wird wie ein Stück Draht in die Leitung eingebaut.

Daraus folgt: Du kannst ein Amperemeter nie einfach „danebenhängen“ wie das Voltmeter. Du musst die Leitung an einer Stelle auftrennen und das Gerät in die Lücke setzen.

Und jetzt die entscheidende Frage: Welchen Strom willst du gerade messen? Fahr mit dem Finger den Weg vom Pluspol des Netzgeräts ab. Irgendwo teilt sich der Weg in zwei Äste. Vor der Teilung fließt der ganze Strom, in jedem Ast nur ein Teil davon. Deine Messstelle muss genau dort liegen, wo nur der Strom fließt, der dich interessiert.

Stufe 2Regel und Messstellen
Amperemeter: in Reihe — Leitung auftrennen, Gerät in die Lücke.
Voltmeter: parallel — einfach links und rechts an das Bauteil halten, nichts auftrennen.

In der Parallelschaltung gibt es deshalb drei verschiedene Messstellen:

6,0 V R₁ R₂ 1 2 3 I (gesamt) I₁ I₂
Die drei roten Kreise sind die Stellen, an denen die Leitung aufgetrennt und das Amperemeter eingesetzt wird.
  • Messstelle 1 — Gesamtstrom I: zwischen Netzgerät und dem Verzweigungspunkt, also vor der Aufteilung. Hier fließt noch alles durch.
  • Messstelle 2 — I1: im Ast von R1, zwischen Knoten und R1. Hier fließt nur der Strom durch R1.
  • Messstelle 3 — I2: genauso im Ast von R2.

Das Voltmeter bleibt dabei unangetastet parallel am Widerstand — und es zeigt an beiden Widerständen fast denselben Wert. Das ist kein Fehler, sondern genau das Kennzeichen der Parallelschaltung.

Niemals das Amperemeter parallel zu einem Widerstand anschließen (also einfach links und rechts dranhalten). Das Gerät hat fast keinen Widerstand — du überbrückst damit den Widerstand und baust einen Kurzschluss. Die Sicherung im Multimeter ist dann hin.
Stufe 3Schritt für Schritt am Steckbrett

Vorbereitung (einmal): Rotes Kabel in die Buchse mA des Multimeters, schwarzes in COM, Drehschalter auf mA (Gleichstrom). Netzgerät bleibt bei 6,0 V.

Messung I1 (Ast von R1)

  1. Netzgerät aus.
  2. Ein Bein von R1 aus dem Feld ziehen und zwei Reihen weiter in ein freies Feld stecken. Jetzt ist der Ast offen — es gibt eine Lücke.
  3. Diese Lücke mit dem Amperemeter überbrücken: ein Kabel in die Reihe des Knotens, das andere in die Reihe des verschobenen Widerstandsbeins.
  4. Netzgerät ein, Wert ablesen, notieren, Netzgerät aus.

Messung I2: genauso, nur am Ast von R2. R1 vorher wieder korrekt einstecken.

Messung I (gesamt): beide Widerstände korrekt eingesteckt lassen und stattdessen die Zuleitung vom Netzgerät auftrennen — das Amperemeter kommt zwischen Pluspol des Netzgeräts und die Reihe, in der sich der Strom auf die beiden Äste teilt.

Probe (Knotenregel):   I₁ + I₂ = I

Wenn deine drei Messwerte diese Gleichung erfüllen (ein paar Prozent Abweichung sind normal), hast du richtig gemessen. Wenn nicht, hast du höchstwahrscheinlich eine Messstelle an der falschen Seite des Knotens — dann fließt entweder zu viel oder zu wenig durch dein Gerät.

Kontrolle der Größenordnung: Bei 6,0 V erwartest du im 100-Ω-Ast rund 60 mA, im 220-Ω-Ast rund 27 mA und in der Zuleitung rund 87 mA. Zeigt dein Gerät 0, ist die Leitung noch offen; zeigt es OL oder nichts, steckt das Kabel in der falschen Buchse.
Alle Werte bleiben unter 200 mA — die mA-Buchse hält das aus. Stecke das Kabel trotzdem nie in die 10A-Buchse und drehe nicht am Netzgerät hoch.
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